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Freitag, 4. Juli 2008

Kafka im Kaffeehaus

Bild: Juan Gris, Mann im Café, 1914, (wikicommons.org)

Kafka im Kaffeehaus

Kafka las mein Gegenüber,
Trank den Kaffee, schwarz mit Zucker,
Draußen wurde es schon trüber.
Ich las Zeitung. - „Armer Schlucker“,

Dachte ich vom Tischgesellen,
„Gleich verhaften sie Herrn K.,
Im „Prozess“ gibt ´s viele Stellen,
Die gehn mir noch heute nah.“

Doch mein Gegenüber lachte,
Denn er tat nur so als ob
Ihm das Lesen Freude machte. -
Es war nur ein blöder Snob.

Kafka lesen ist „so smart“,
Mancher möchte Bildung heucheln,
Wird aber auf diese Art
Nur die eigne Achtung meucheln.

Kommentare:

ex - il@miro hat gesagt…

Lieber Paul,

(wenn die Kritik auch evtl. erwünscht)

in diesem wunderbaren Gedicht deine „bissige Zunge“ entschärft sich
mit letzter, „klärender“ Strophe -
Das Gedicht auskommt sehr gut ohne sie und dazu noch „fordert“ den
Leser nachzudenken...

Mit freundlichen Grüßen
@miro

Claudia Jo. hat gesagt…

Hoffentlich war es lediglich so, dass der Einband eine andere Lektüre verbarg...
wenn dem nicht so war, muss es sich um einen ziemlich kranken Zeitgenossen gehandelt haben... ???
LG Claudia Jo.

Paul Spinger hat gesagt…

Es gibt eine Anekdote, nach der soll Kafka beim Vorlesen aus seinem "Process" lauthals herausgelacht haben. Vielleicht war mein Kaffeehausgegenüber so schlau, die Gründe dafür zu kennen. Ich glaube aber eher, dass es jemand war, der mit der Qualität seiner Lektüre angeben wollte.
Miro hat schon recht, die letzten vier Zeilen hätte ich auch weglassen können.

Danke für die Kommentare.