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Samstag, 27. September 2008

Urteilen


Bild: Max Klinger, Das Urteil des Paris, 1886 - 87, (wikicommons.org)

Urteilen


Jetzt,

Da ich alt genug bin,

Und ausreichend

Erfahrungen habe

Um ein Urteilsvermögen

Besitzen zu können,

Merke ich,

Dass ich

Gar nicht mehr

Urteilen will.


Kommentare:

LadyArt hat gesagt…

Lieber Paul,

vor zwei Wochen war ich in Naumburg, wo in der Nähe von Rossbach genau dort wo Saale und Unstrut zusammenfließen, oben in einem kleinen Weinberg das Wohnhaus von Max Klinger liegt, das jetzt teilweise zum Museum umfunktioniert ist.
Die Begegnung mit dieser so unglaublich deutschen Landschaft, alten, nicht zerstörten kleinen Weingärten am sanften Hügellauf des Saaletals, mit Mauern, Obstgärten, war ein unglaublich schönes Erlebnis. Ein Zeitsprung.
Diese gigantische Note, die von Max Klingers Statuen ausströmt, die fehlte in der Architektur seines Hauses ganz. Es war geschickt dem Berg angepasst, aus dem Tal gar nicht zu sehen, ganz in Weiß gehalten, mit runden Elementen und viel Glas, was Weite zuließ und trotzdem das Gefühl von völliger, großbürgerlicher Geborgenheit vermittelte. http://www.museumnaumburg.de/Default_nix.htm?Klingerhaus/KH-01.htm~mainFrame

An seiner Grabstätte, dort, hat er die Bronzestatue „Athlet“ angebracht, beeindruckend schöne Arbeit.
http://www.ladyart-haiku.blogspot.com/

Liebe Grüße
Gabriele

giocanda hat gesagt…

...Merke ich,
Dass ich
Gar nicht mehr
Urteilen will.

und das Leben wird erstaunlich viel freier, einfacher, komplikationsloser.

LG
Barbara

Paul Spinger hat gesagt…

Liebe Gabriele,

vielen Dank für die Links zum Max-Klinger-Haus.

Liebe Barbara,

ich sehr das genauso. Danke Dir herzlich.

SuMuze hat gesagt…

Wir nennen Urteil zu gern das,
was, wenn geäußert,
auf uns womöglich zöge Hass.
Und nennen Morgen angenehm
und Mondlicht schön!
Als wäre alles das
nicht Urteil, sonder nur ein Ahnen,
unschuldig wie ein Kind.
Wie gut wir doch zu gern
zu uns und unserm Wohlstand sind.

Paul Spinger hat gesagt…

Liebe Susanne,
genau diese Art von Urteil ist nicht gemeint. Es geht um das Akzeptieren von Anderem, um Toleranz, aber nicht die Toleranz als "Verdacht, dass der andere Recht haben könnte"(Tucholsky), sondern um das Anerkennen der Gleichwertigkeit verschiedener Wege. Das setzt übrigens eigene Wertvorstellungen voraus, die sehr gefestigt sein müssen.

Vielen Dank für Deinen Kommentar.

SuMuze hat gesagt…

Und wie urteilen, daß sich Urteil von Urteil scheide?

Paul Spinger hat gesagt…

Du hast natürlich recht. Das lässt sich auch nur im Einzelfall, ganz konkret beantworten.
Und auch darin hast Du mit Deinen schönen Zeilen recht, dass wir oft aus Feigheit gerade dann nicht urteilen, wenn es nötig wäre.
Flucht - Angst - Bequemlichkeit, die Gründe sind vielfältig.

Helmut Maier hat gesagt…

Tja, und manchmal muss man tun, was man eigentlich gar nicht will. Und das kann sogar gut sein. Denke ich.

Liebe Grüße
Helmut