
Bild: Caspar David Friedrich, Wanderer über dem Nebelmeer, um 1818, (zeno.org)
Am Ende der Wanderung
Stur wandern, vorwärts bis zum Ziel,
Du hattest ´s dir geschworen.
Und unterwegs, wer fragt da viel? -
Jetzt fühlst du dich verloren.
Es fehlt dir etwas – irgendwie.
Du kannst es nicht beschreiben,
Wie Töne einer Melodie,
Die nicht im Ohre bleiben.
Das Ziel ist da. – Du selber auch?
Noch wandert dein Gefühl
Durch dichten Nebel und durch Rauch,
Weiß nicht mehr was es will.
3 Kommentare:
Offensichtlich ist der Weg ein Ziel, wie schon oft zitiert.
Doch denke ich auch, dass wir nie am Ziel ankommen, denn jeder erfüllte Wunsch gebiert augenblicklich neue Wünsche.. wir sind schier unersättlich?!
..grüßt Monika
Guten Morgen, Paul,
ehe man sich versieht, wandern die Gedanken ihre eigenen Wege... Wir bemerken zunächst kaum, dass Tun und Denken voneinander abweichen und behalten - wie ein schweres Frachtschiff - den alten Kurs bei.
Mitunter führt uns unbelehrbare Sturheit zu Zielen die eigentlich gar keine mehr sind. LG
Danke für die Kommentare. Der Gedanke dazu kam mir beim Lesen von Marie Ebner-Eschenbach:"Am Ziele deiner Wünsche wirst du jedenfalls eines vermissen: dein Wandern zum Ziel." - Aphorismen. Aus: Schriften. Bd. 1, Berlin: Paetel. 1893. S. 88
Liebe Grüße
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