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Mittwoch, 21. Januar 2009

Elizabeth Alexander - Loblied auf den Tag


Elizabeth Alexander – Loblied auf den Tag


(Gedicht zur Amtseinführung des 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika Barack Obama)

Loblied auf den Tag

Jeden Tag gehen wir unseren Geschäften nach,

Gehen aneinander vorbei,

Fangen die anderen Blicke oder nicht,

Setzen zu reden an oder reden.


Alles um uns ist Lärm,

Alles um uns ist Lärm und Gestrüpp,

Dornen und Krach,

Jeden unserer Vorfahren tragen wir auf der Zunge.


Jemand stickt an einem Kragen,

Stopft ein Loch in einer Uniform,

Bessert einen Reifen aus,

Repariert die Dinge, die repariert werden müssen.


Jemand versucht zu musizieren,

Irgendwo mit zwei Holzlöffeln auf einem Ölfass,

Mit einem Cello, mit einem Ghettoblaster,

Mit einem Akkordeon, mit der Stimme.


Eine Frau und ihr Sohn warten auf den Bus.

Ein Farmer prüft den Wechsel am Himmel;

Ein Lehrer sagt: „Nehmt eure Stifte heraus. Fangt an.“


Wir begegnen einander in Worten,

Worten stachlig oder sanft,

Flüsternd oder deklamierend,

Worten, die erwägen und prüfen.


Wir kreuzen Feldwege und Autobahnen,

Die der Wille von jemand markiert hat

Und dann andere die sagen,

„Ich muss sehen, was auf der anderen Seite ist,

Ich weiß, unten an der Straße gibt es etwas Besseres.“

Wir müssen einen Platz finden, wo wir sicher sind;

Wir gehen zu dem hin, was wir noch nicht sehen können.


Sage es deutlich, dass viele für diesen Tag gestorben sind.

Singe die Namen der Toten, die uns hierher gebracht haben,

Die die Schienen gelegt haben,

Die die Brücken errichtet haben, die Baumwolle und Salat geerntet haben,

Die Stein auf Stein

Die Glanzpaläste errichtet haben, die sie dann sauber halten

Und in denen sie arbeiten.


Loblied auf den Kampf;

Loblied auf den Tag.

Loblied auf jedes handgemalte Plakat,

Das auf dem Küchentisch gemalt wurde.


Einige leben nach dem Motto: „Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.“

Andere danach, füge kein Leid zu,

Oder: nimm nicht mehr, als du brauchst.


Was wäre, wenn das mächtigste Wort Liebe wäre,

Liebe jenseits von Mann und Frau, Eltern und Kind, Nation,

Liebe, die einen immer größer werdenden See des Lichts schafft,

Liebe, die keinen Keim des Leids in sich birgt.


In diesem beißenden Glitzern heute, dieser Winterluft,

Kann alles erreicht werden, ein Abschnitt hat begonnen.

An der Schwelle, am Rand auf die Spitze –

Loblied für den Marsch in dieses Licht.


Übertragung 21. Januar 2009, Paul Spinger


Kommentare:

Petros hat gesagt…

Danke für die Übersetzung.
Gruß
Petros

schreibtalk hat gesagt…

Oh, vielen Dank, Paul!

LG
ELsa

Paul Spinger hat gesagt…

Ich danke Euch. Ein kleiner Hinweis: Eine Gegenüberstellung de englischen Textes und meiner Übertragung findet Ihr auf
http://www.paul-spinger.de/pw/treasures/poem2.php?C=5&S=4&P=1

Elke Bräunling hat gesagt…

Schön, es hier nochmal zu finden und mit Abstand und ohne viel Pathos lesen zu können. Danke.
Elke

Paul Spinger hat gesagt…

Vielen Dank für den Kommentar.