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Samstag, 21. Februar 2009

Das vergilbte Blatt


Bild: Ilja Jefimowitsch Repin, Porträt des Antikriegs-Dichters Wsewolod Michailowitsch Garschin an seinem stets unaufgeräumten Schreibtisch, 1884, (wikicommons.org)

Das vergilbte Blatt


Vergilbend liegt das weiße Blatt

Obszön auf meinem Schreibtisch rum;

Weil niemand drauf geschrieben hat

Zerknüllt ich es, denn es ist stumm.


Dann streich ich ´s mühsam wieder glatt,

Und mal’ darauf ein Liebeslied.

Jetzt redet das vergilbte Blatt;

Welch riesengroßer Unterschied!


Erst war es gelb und glatt und leer,

Sah mich wie eine Hure an.

Jetzt provoziert es mich nicht mehr,

Weil ich darauf was lesen kann.


Kommentargedicht von Gabriele Brunsch:


was sich da so zusammenreimt,

beschrieben-unbeschrieben,

ein wenig alt, vergilbt, und leergeblieben,

aussagestark wie sacht betagte haut,


nur scheinbar stumm. verführerisch,

verpönt und doch begehrt,

verworfen, sündig, lasterhaft,

verschmäht und auch verehrt!


du kämpfst, du widerstehst,

zerknüllst, beleidigst, wendest dich,

doch schließlich siegt die lust,

weil alles flüchten sinnlos ist,

tust du nur, was du musst.


die macht hat jetzt die zauberkraft,

der zweifel weicht im licht,

mit jedem satz ein neues land,

zur welt kommt ein gedicht.


das ist nun wirklich unbedacht

mir davon zu berichten,

ich will doch dass die liebe lebt,

und dichtung kommt von dichten.


lass lasterhafte blätterfeen,

obszön verführerisch und fein

mit gurren, säuseln um dich sein

wenn liebeslieder so entstehn

musst du durch diese hölle gehn!


Copyright: Gabriele Brunsch 2009


Meine Antwort


Gabriele,

Liebe Seele,

Wenn ich Komplimente fische,

Etwas lerne,

Denk ich gerne,

Vielleicht gibt ´s bald wieder frische.


Kommentare:

LadyArt hat gesagt…

Lieber Paul,

was sich da so zusammenreimt,
beschrieben-unbeschrieben,
ein wenig alt, vergilbt, und leergeblieben,
aussagestark wie sacht betagte haut,

nur scheinbar stumm. verführerisch,
verpönt und doch begehrt,
verworfen, sündig, lasterhaft,
verschmäht und auch verehrt!

du kämpfst, du widerstehst,
zerknüllst, beleidigst, wendest dich,
doch schließlich siegt die lust,
weil alles flüchten sinnlos ist,
tust du nur, was du musst.

die macht hat jetzt die zauberkraft,
der zweifel weicht im licht,
mit jedem satz ein neues land,
zur welt kommt ein gedicht.

das ist nun wirklich unbedacht
mir davon zu berichten,
ich will doch dass die liebe lebt,
und dichtung kommt von dichten.

lass lasterhafte blätterfeen,
obszön verführerisch und fein
mit gurren, säuseln um dich sein
wenn liebeslieder so entstehn
musst du durch diese hölle gehn!


Gabriele

Paul Spinger hat gesagt…

Meine Antwort

Gabriele,
Liebe Seele,
Wenn ich Komplimente fische,
Etwas lerne,
Denk ich gerne,
Vielleicht gibt ´s bald wieder frische.