
Bild: Jean-Baptiste Simeon Chardin, Der Rochen,
1728, (zeno.org)
Die Heringsklage
Dem Hering war es gelungen, der Frau des Fischers einen großen Kochtopf abzuschwatzen. In dem ließ er sich, in Meerwasser liegend, zum Parlament der Tiere tragen. Hoch erfreut setzte Reineke der Fuchs den Topf sogleich aufs Feuer, und freute sich auf ein leckeres Mahl. „Halt! Was ist denn das?“ fragte Markart der Häher.
Im Maul des Herings hatte er nämlich einen Zettel erspäht, der die Klage der Herings enthielt, noch nicht einmal für eine Fabel gut genug zu sein. – Ratlos sahen sich die Tiere an, während sie den leckeren Fisch verspeisten. „Jetzt ist es eh zu spät“, meinte Hinze der Kater, und putzte sich genießerisch seinen Schnurrbart.
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