
Bild: Hans Makart, Die fünf Sinne, 1872-1879, (wikipedia.org)
Weit weg
Es fällt mir schwer dir zuzuhören,
Denn ich hab wandernde Gedanken.
Doch bitte lass dich ja nicht stören!
Ich habe keine Lust zu zanken.
Was interessieren mich die Sorgen
Des Alltags, all der kleine Kram! –
Soll ich dir meine Ansicht borgen?
Ach nein, du hast heut keine Scham.
1 Kommentar:
Lieber Paul,
Dein Gedicht ist ganz wunderbar und hat mich genau da getroffen (als Frau, das kommt also so rum auch vor!), wo ich mich so sehr verletzt fühlte in den letzten Tagen. Und drum ist es mir auch ganz leicht gefallen, dieses Gedicht, ganz persönlich, hintanzusetzen...
Was sollen all die Widerworte,
dein Nörgeln macht mich heute platt,
ich lausche, doch mit halbem Ohre,
und meine Sinne sind schon matt.
Die Stunden quälen sich gemeinsam
Ich habe nur dies Quäntchen Kraft,
das will ich nicht unendlich teilen,
da es nur Ohnmacht - Leere schafft.
Wenn ich die Flucht hinzuaddiere
die Ausflucht wähle, mich verdrücke,
dann schlägt dein Unmut wilde Wogen,
und reißt mich arrogant in Stücke.
Mein Tun bleibt ewig rätselhaft,
wie kann ein Reim, Gedankenspiel,
des Menschen ganzes Sein umfangen,
das nährt nicht und bewegt nicht viel.
So stehle ich mir bange Stunden,
und küsse heiß den Augenblick,
in denen ich in Stille, Weite,
nur lese, schreibe, und beschreite
die wilden, abenteuerlichen Pfade
aus Traum-Ideen
Stück für Stück...
Liebe Grüße
Gabriele
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