Tagebuch - nicht nur meiner literarischen Arbeiten

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Mittwoch, 6. Oktober 2010

Der Herbst zieht ein


Bild: Simeon Solomon, Herbst, um 1900, (wikicommons.org)


Der Herbst zieht ein


Alle die zufrieden sind

Wollen das erhalten,

Und den bösen Gegenwind,

diesen bitterkalten,

Nicht in ihrer Nähe spüren. -

Schließt die Fenster und die Türen.


Steigt jetzt nicht in einen Turm,

Um herab zu sehen.

Dort erwartet euch ein Sturm;

Der wird kräftig wehen,

Und die letzten Blüten brechen,

Kälte, Eis und Schnee versprechen.


Aber lasst die Drachen steigen,

Dafür ist jetzt Zeit.

Wenn im Wind sich Bäume neigen,

Und ihr buntes Kleid

Euch fast wie ein Wunder scheint:

Grade so ist es gemeint.


Dienstag, 5. Oktober 2010

Ohne Wenn und Aber


Bild: William Maw Egley, Die sprechende Eiche, 1857, (wikicommons.org)

Ohne Wenn und Aber


Wenn ihr was zu sagen habt,

Sagt es ohne Wenn und Aber.

Dazu ist der Mensch begabt,

Nicht nur fürs Herumgelaber.


Denn es ist genügend vage,

Was sich kaum bestimmen lässt.

Und Geschwätz ist eine Plage,

Die ich meide, wie die Pest.


Aber lass die Träume gelten!

Das ist eine andre Sache,

Dafür werd ich dich nicht schelten,

Und auch keinen Einwand machen.



Montag, 4. Oktober 2010

Mehr direkte Demokratie!


Bild: Johann Heinrich Füssli, Die drei Eidgenossen beim Schwur auf dem Rütli, 1780, (wikicommons.org)

Mehr direkte Demokratie!


Sie regieren nach dem Motto,

Man gewinnt das Volk im Lotto,

Denn das grobe Volk ist dämlich,

Drum regieren wir es nämlich.

Ja, sie wollen damit locken,

Man gewönne was durch Zocken.

Und im Parlamentsgeplänkel,

Schielen sie schon auf die Enkel,

Die den Dreck bezahlen sollen,

Den sie uns verkaufen wollen.

Doch ich sage mit Genuss,

Irgendwann ist damit Schluss,

Denn dann sagen sich die Leute,

„Wir sind nicht mehr eure Beute,

Und wir wollen selbst entscheiden,

Ohne dass wir drunter leiden,

Wenn nur einzelne stets gieren;

Nein, wir wollen selbst regieren.

Darum machen wir ´s perfekt,

Und regieren ganz direkt.“