Tagebuch - nicht nur meiner literarischen Arbeiten

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Sonntag, 3. Oktober 2010

Dritter Oktober 2010


Bild: Die Württembergische Königskrone, Landesmuseum Stuttgart

Dritter Oktober 2010 – (Eine Krone für Mappus!)


Bunte Blätter an den Zweigen,

Gestern waren sie noch grün.

Was für Farben sie mir zeigen!,

Und die letzten Blumen blühn.


Wer lässt hier die Drachen steigen?

Nirgends seh ich ein Bemüh’n,

Dass die deutschen Waffen schweigen,

Niemand ist in Kunduz kühn.


Zwanzig Jahre deutsche Einheit,

Wie gespalten ist das Land!,

Und es drückt die Geldgemeinheit

Menschen noch mehr an den Rand.


Tief im Ländle fallen Bäume

Für die Machtgier, den Profit.

Großprojekte stürzen Träume,

Denn die fällen sie gleich mit.


Nein, zu feiern gibt es wenig,

Denn der alte Geist ist mächtig,

Und regiert wie Stuttgarts „Kenig“:

Der war häufig niederträchtig.



Samstag, 2. Oktober 2010

Für Euch zum Wochenende


Bild: Paul Gauguin, Sonntag, 1894, (wikicommons.org)

Für Euch zum Wochenende


Nehmt auch dieses Wochenende

Ganz persönlich in die Hände;

Macht für euch daraus das Beste,

Pflegt der Ruhe, feiert Feste,

Und ihr solltet auch dran denken,

Euch und andre zu beschenken.


Dabei dürft ihr nicht vergessen,

Dass wir unterschiedlich messen:

Manchem ist der Samstag heilig,

Andre haben ´s freitags eilig.

Jeder so, wie er es will; -

Aber manchmal braucht man ´s still.



Freitag, 1. Oktober 2010

Kritik und Brot


Bild: Francois Barraud, "La Talleuse de Soupé", 1933, (wikicommons.org)

Kritik und Brot


Der eine kriegt ´s gegeb’nen Falls

Aufs dicke Butterbrot geschmiert.

Der andre kriegt ´s in‘ falschen Hals;

So ist es, wenn man kritisiert.


Man braucht sie wie das täglich Brot,

Und hat sie doch nie gern gehört,

Denn manchmal fühlt man sich bedroht,

Weil sie den innern Frieden stört.


Doch löffle diese Suppe nur,

Wenn du sie auch vertragen kannst,

Sonst ist es gegen die Natur,

Und du kriegst einen dicken Wanst.