Montag, 1. Februar 2010

Gossensprache


Bild: Henry F. Farny, Das Lied vom sprechenden Draht, 1904, (wikicommons.org)

Gossensprache


Eine wüste Gossensprache

Hat sich einfach über Nacht

In der kulturellen Brache

Durch das Fernsehn breit gemacht.


Alles Gute ist jetzt geil,

Das Beliebte heißt nun Kult.

Das ist besser als „Sieg heil“,

Aber trotzdem unsre Schuld.


Wenn wir ein Gedicht beginnen,

Sollten wir sehr sorgsam sein:

Lasst die Gosse nicht gewinnen,

Schaltet nicht das Fernsehn ein.


Blättert in den alten Werken,

Redet mit den toten Dichtern,

Und dann werdet ihr bemerken:

Das ist schön - bei Kerzenlichtern.


2 Kommentare:

  1. Ein Graffiti, das sich mir ins Gedächtnis gesetzt hat, neulich beim vorbei fahren im Zug, irgendwo im Schwäbischen:

    Glotze aus
    Hirn an

    :o)

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  2. Herzlichen Dank für Deine kleine Anekdote.

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