Gedichte und Gedanken zu allem und nichts. - Denke daran, dass die Rechte an all diesen Texten bei mir liegen.
Donnerstag, 4. Februar 2010
Dienstag, 2. Februar 2010
Spiel und Trance
Bild: Jean Beraud, Porträt des Dichters Armand Sylvestre, 1894, (wikicommons.org)
Spiel und Trance
Manchmal kann ich sie nicht halten,
Und sie geht für eine Weile,
Denn sie mag nur die Gestalten,
Die auch träumen – ohne Eile.
Ohne dieses Spiel und Trance,
Ohne Irrtum und Versuch,
Sieht die Muse keine Chance,
Und kommt nicht mehr zu Besuch.
Darum spiel ich mit Gedanken
Und mit Träumen wie ein Kind,
Akzeptiere keine Schranken,
Die mir sonst gegeben sind.
Und so wohnt bei mir die Muse.
Wie sie lebt, will ich nicht sagen.
Auch das Wage und Konfuse
Darf sie gerne zu mir tragen.
Montag, 1. Februar 2010
Gossensprache
Bild: Henry F. Farny, Das Lied vom sprechenden Draht, 1904, (wikicommons.org)
Gossensprache
Eine wüste Gossensprache
Hat sich einfach über Nacht
In der kulturellen Brache
Durch das Fernsehn breit gemacht.
Alles Gute ist jetzt geil,
Das Beliebte heißt nun Kult.
Das ist besser als „Sieg heil“,
Aber trotzdem unsre Schuld.
Wenn wir ein Gedicht beginnen,
Sollten wir sehr sorgsam sein:
Lasst die Gosse nicht gewinnen,
Schaltet nicht das Fernsehn ein.
Blättert in den alten Werken,
Redet mit den toten Dichtern,
Und dann werdet ihr bemerken:
Das ist schön - bei Kerzenlichtern.