Sonntag, 7. Juni 2009

Der Weißdorn blüht (Allegorie)


Bild: Bartolomeo Manfredi, Allegorie der vier Jahreszeiten, 1610, (wikicommons.org)

Der Weißdorn blüht (Allegorie)


Bei dem alten Anger vorn,

Auf dem Weg zu meinem Teich,

Blüht für mich der Hagedorn,

Und sein Duft beschenkt mich reich.

Eine Fee im Sonnenlicht

Zeigt mir das Vergissmeinnicht.


Alter Lieblingsbaum der Feen,

Nimm hier das Vergissmeinnicht!

Hab dich lange nicht gesehen;

Ich bereue den Verzicht.

Willst du eine Weile bleiben,

Böse Geister mir vertreiben?


So betörend ist dein Duft,

Dass der Platz in deiner Nähe

Mich nach einem andern ruft,

Wo ich Zauberwesen sehe,

Und mein alter Teich verspricht

Mehr noch vom Vergissmeinnicht.


Anmerkung: In einem längst ausgestorbenen Brauch wurden

früher kleine Geschenke, Blumensträuße und Schleifen am Weißdorn

(das ist der Hagedorn) befestigt, um die Feen zu halten, damit sie die bösen Geister

abwehren.

Das Vergissmeinnicht gilt unter anderem als Symbol der zärtlichen Erinnerung.


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