Dienstag, 12. Mai 2009

Nachmittags im Wald (Baudelaire)


Bild: Gustave Courbet, Porträt Baudelaires, 1848/49, (wikipedia.org)

Nachmittags im Wald (Baudelaire)


Die Steine schmiegen sich ins Moos,

Und das Buch von Baudelaire

Fesselt mich immer wieder.


Oft ist es schwierig umzublättern,

Denn dann

Verströmen sich die Wörter

Über das ganze Weltall.


Nur die Seele reiht sie

Dann wieder zusammen,

Und braucht dazu -

Ein bisschen Sternenflimmer,

Den Duft einer Blume

Und den Flügelschlag

Eines Schmetterlings.


Oder auch

Ein Gewitter.


2 Kommentare:

  1. Das Verströmen und Zusammenreihen der Wörter kann man nicht schöner beschreiben... Deine Zeilen sind wunderbar!

    Ich las daraufhin eine Geschichte von Neruda nach... auch da geht es um Wörter:

    Das Wort
    ... Sie haben Dunkelheit, Durchsichtigkeit, Gewicht, Federn, Haare, sie haben alles, was an ihnen haftenblieb auf der langen Irrfahrt durch den Fluß, auf der langen Wanderschaft in ihrem Vaterland, während ihres langen Wurzeldaseins... Sie sind uralt und blutjung... Sie leben im verborgenen Sarg und in der kaum begonnenen Blüte...
    Pablo Neruda
    aus: "Ich bekenne, ich habe gelebt"

    Lieber Paul, wenn ich Dir die ganze "Wort-Geschichte" von Neruda zukommen lassen soll, gib mir Bescheid - sie umfasst ca. eine eng beschriebene Seite - ich schreib' sie Dir gerne ab.
    Grüße
    Claudia Jo.

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  2. Liebe Claudia, recht herzlichen Dank.
    Wenn Du Dir die Mühe machen möchtest, hätte ich den Text sehr gerne.
    Ich freue mich drauf.

    Liebe Grüße

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