Dienstag, 22. Juli 2008

Bei einer Wanderung - Der Ziegelstein


Bild: Joos van Craesbeeck (zugeschrieben), Die Wanderrast, 17. Jh., (wikicommons.org)

Bei einer Wanderung - Der Ziegelstein


Ein Ziegelstein aus alter Zeit

Allein auf weiter Flur,

Von andern Ziegeln weit und breit

Nicht die geringste Spur.


Ich frage mich wieso, warum

Kam dieser Stein hierher.

Natürlich bleibt der Ziegel stumm,

Drum frag ich ihn nicht mehr.


Jetzt fallen mir Geschichten ein -

Ich gönne mir ein Päuschen -

Und baue mit dem Ziegelstein

Für mich ein ganzes Häuschen.


4 Kommentare:

  1. Schmunzel..schön!

    Und wenn ich schreibe dies
    Erinnert mich an Ringelnatz
    Hoff' ich du weißt es hieß:
    Es ist ein echter Lyrik-Schatz!

    ..grüßt Monika

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  2. ...auch ich finde daran Gefallen.

    Gruß
    Petros

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  3. ...eine sehr heitere Begebenheit und ein pfiffiges Gedicht...

    Es scheint fast so, (und sicher geht es vielen Lesern so) als hättest Du mich beim Träumen ertappt.

    Da fällt mir eine Geschichte ein:

    Ich lief in einer mir noch nicht vertrauten Runde auf einer Wanderung über einen Acker und finde eine kinderhandtellergroße Scherbe, schwarz, sehr ungewöhnlich, mit ganz feinen, geometrischen haarfeinen Linien, die aus dem Zentrum der Wölbung sauber im größer werdenden Kreis nach außen verliefen, um dann an der Abbruchstelle zu enden.
    "Jetzt fielen mir Geschichten ein..."!
    Ich war begeistert, die Töpferscheibe musste es wohl gewesen sein, die diese gleichmäßige Maserung am unteren Boden einer Schale, eines Kruges, eines Bechers??? hinterlassen hatte.
    Voller freizeitarcheologischer Finderfreude zeigte ich das Ding der mir am nächsten laufenden jungen Frau, die eine approbierte Wirtschaftswissenschaftlerin war. Sie sah es stirnrunzelnd an, nahm es nicht einmal in die Hand, ja, sie fühlte sich sogar im Gehen durch die Unterbrechung gestört und sagte nur, "Und deshalb haben Sie sich gebückt?" Hob die Nase und machte sich schnelleren Schrittes auf den Weg.
    Ja, so unterschiedlich sind die Blickwinkel auf die Dinge dieser Welt...

    Liebe Grüße
    Gabriele

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  4. Für manchen bedarf es einer Weltreise, um zu Eindrücken zu gelangen, die ein anderer während eines Spaziergangs in der Umgebung macht.

    (Das zum gemaserten Becherboden und zur Wirtschaftswissenschaftlerin.) :-)

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