Samstag, 11. Oktober 2008

Wo der Herbst wohnt


Bild: Elizabeth Jane Gardner, In the Woods, 1889, (wikicommons.org)

Wo der Herbst wohnt


Das alte Haus

Stummt am Waldrand vor sich hin.

So klein ist es,

Dass es fast

Im Blätterfall ertrinkt.


Neugierde,

Wer mag da wohnen?


Der halbe Mond

Beleuchtet fahl

Die Läden vor

Den beiden Fenstern.


Kerzenlicht

Wärmt die Risse in

Der verzogenen Tür.


3 Kommentare:

  1. Guten Morgen Paul!
    .."Stummt..vor sich hin.."..
    Das ist toll!
    Gebrechlich und alt, nicht laut und protzig,aber doch mit Wärme, wenn auch nicht auf den ersten Blick.
    Da zeigt sich wieder, dass es lohnt auch einen zweiten Blick zu riskieren...

    wünscht dir Monika einen schönen Tag

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  2. Lieber Paul,
    solch zauberischen Häuschen sind mir auch bekannt, aber sie sind schon lange nicht mehr bewohnt.

    Meine Wahrnehmung drängt mich zur Gegendarstellung:

    Schmucklose Blocks!
    Aus Türen und Fenstern
    dringt grölende Teilnahme
    an Fußballspiel-Übertragungen in der Glotze.
    Hässliche Balkone!
    Der letzte Versuch
    - sich "nett einzurichten" -
    liegt Jahre zurück:
    Verdorrtes Gras
    in ausgeblichenen Blumenkästen.
    Gerümpel!: Zeuge und Rest
    der verflossenen Zeit.

    Ich denke, Du wirst meine Zeilen verkraften ;-). LG

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  3. Liebe Monika,
    dieser zweite Blick ist mir immer sehr wichtig.

    Liebe Claudia,
    so ist leider die häufige Wirklichkeit, die wir verkraften müssen.

    Danke für Eure Kommentare.

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