Donnerstag, 30. Januar 2014

Verweht



 
Pierre Auguste Cot, Der Sturm, 1880

Verweht

Es hat mich einmal jene Eile
Nach meiner Nähe überrascht –
Und diese Angst vor langer Weile,
Ja, auch von der hab ich genascht.

Was hatte ich denn schon begriffen,
Von dem ich glaube, dass ich ´s weis,
Wenn schwere Stürme um uns pfiffen? –
Jetzt weht den Wind nur sanft und leis.

Der Stubenkrieger


 
Moritz von Schwind, Morgenstunde, 1858


Der Stubenkrieger

Ein grober Mensch hat oft genug
Von einer Stubenfliege,
Wenn er nach ihr vergeblich schlug,
Und wähnt sich dann im Kriege.

Dann greift er gern in seinem Wahn
Zu gröberen Geschützen;
Chemie und Gift kriegt freie Bahn,
Und soll dem Dummkopf nützen.

Erst seine Frau, die bringt ihn drauf,
Er muss darüber lachen,
Sie macht für ihn die Fenster auf,
Um frische Luft zu machen.

Den Durchzug mag die Fliege nicht,
Und schon ist sie verschwunden.
Ja, manche Mittel sind sehr schlicht,
Und reißen keine Wunden.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Gescheitert



 
Paul Klee, Gefangen, um 1940

Gescheitert

Manchmal ist die blaue Stunde,
Die sich hoffnungsvoll verbreitert,
Nichts für rettungslos Gesunde,
Daran ist sie oft gescheitert.