Dienstag, 15. Januar 2013

Tafeln


Boris Michailowitsch Kustodijew, Die Gattin des Kaufmanns, 1912, (wikicommons.org)
























Tafeln

Es muss bei uns fast niemand hungern.
Zu essen haben wir genug,
Und wenn wir vor den Tafeln lungern,
Verdrängen wir den Selbstbetrug.

An einer reich gedeckten Tafel
Wird selbst ein bitterböses Wort
Nur noch zum lästigen Geschwafel:
Der Hunger ist ja weg und fort.

Die ganze Welt wird plötzlich Eine,
Der eine trägt des andern Last. -
Wir leben trotzdem wie die Schweine
Und machen nur was uns grad passt.

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