Freitag, 5. Juni 2009

Vor dem Spiegel


Bild: Grigirij Wassiljewitsch Soroka, Reflektionen im Spiegel, 1850, (wikicommons.org)

Vor dem Spiegel


Wenn ich in den Spiegel schaue,

Und mich Zukunftsängste quälen,

Überfällt mein Bart, der graue,

Mich, und ich will Falten zählen.


Ach, es soll ja Salben geben,

Die fast alle Falten glätten,

So, als ob wir nie im Leben

Irgendwann gesündigt hätten.


Diese Mittel und Tinkturen –

Wirkungslos und schrecklich teuer,

Sie vertilgen keine Spuren,

Und man wird davon kein Neuer.


Komm, behalte deine Falten

Und die Runzeln im Gesicht!

Soll man dich für dreißig halten? –

Nun, für zwanzig sicher nicht.


2 Kommentare:

  1. wer einen Bart hat
    hat es gut
    der verdeckt das halbe Gesicht
    die Falten darunter
    die sieht man nicht ;-)

    Das Jungbleiben wird unterschiedlich definiert. Es gibt Leute, die glauben, junggeblieben zu sein, weil sie die Musik ihrer Kinder hören, die gleiche Kleidung tragen und sich Tattoos machen lassen... nun ja...
    Dann die Falten und die nicht mehr so festen Körperpartien... welch' hoffnungsloser Wettlauf... nee, nee.

    Soll man dafür wirklich das Gute am Älterwerden versäumen? : Alles etwas gelassener und womöglich mit einem Augenzwinkern betrachten zu können?

    Wunderschöne Grüße.

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  2. Liebe Claudia,

    herzlichen Dank für Deinen schönen Kommentar. - Die Gelassenheit und das Augenzwinkern denke ich zu haben. (Na ja, meistens.) Das ändert nun mal nichts an der Tatsache, dass jeder alt werden will, aber niemand alt sein. Bei manchen fängt das ja schon mit dreißig an.

    Liebe Grüße

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