Montag, 22. Juni 2009

Über die „zeitgenössischen“ Lyriker – (Boshaftigkeiten 4)


Bild: Gustave Moreau, Ein Zentaur trägt den toten Dichter, um 1890, (wikicommons.org)

Über die „zeitgenössischen“ Lyriker – (Boshaftigkeiten 4)


Sie haben den Reim

Vergraben,

Die Form haben sie

Weggeworfen

Oder nie gekannt.


Sie künsteln

Und vertuschen

Ihre Gedanken

Durch Unnatürlichkeit.


Takt und Melodie

Lassen sie nur den

Den Musikern,

Und wenn die Muse,

Die Poesie

Zu ihnen spricht,

Stellen sie sich taub.


Gelegentlich

Vergisst jemand die Mode

Und schreibt

Gute Lyrik,

Weil er die Sprache

Liebt.


6 Kommentare:

  1. Gelegentlich
    Vergisst jemand die Mode
    Und schreibt
    Gute Lyrik,
    Weil er die Sprache
    Liebt.


    …hätte mich gefreut, wenn ich ab und zu dabei bin.

    Mit freundlichen grüßen
    @miro

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  2. Ein schöner Gedankengang - und gar nicht so boßhaft, eher mit schmunzelnd-heiterem Stirnrunzeln - es ist halt wie es ist -
    und was schert uns die Mode?

    Nicht wichtig ist, was auf dem Kopf drauf ist, sondern das was drin ist!

    ...auch mit schmunzelnd-heiterem Augenaufschlag!

    Gabriele

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  3. Herzlichen Dank für Eure - recht persönlichen - Kommentare. Ich weiß ja, dass ich Euch nicht zu den "zeitgenössischen" zählen muss, was nicht heißt, dass Ihr altmodisch seid.

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  4. Na klar, was denn sonst. Aber: eine gute Ausrede ist besser als ein schlechtes Gedicht(, und manche Gedichte von mir sind nicht so besonders).

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  5. …für deine (meine/unsre) Gedichte könnte man deinen Tagesaphorismus anwenden: es sind immer die Kleinigkeiten an denen wir Himmel und Hölle festmachen

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