Dienstag, 16. Juni 2009

Grübeln


Bild: Raffaello Sanzio, Fresko: Die Schule von Athen; Detail - Michelangelo Buonarotti als Heraklit, 1509, (wikicommons.org)

Grübeln


Da grübele ich hin und her,

Und weiß am Ende gar nichts mehr.

Was nützt mir das Gegrübel?

Die Augenlieder werden schwer;

Auf einmal ist der Kopf so leer,

Und dann wird mir ganz übel.


Die Amsel singt ihr Abendlied.

Das ist der ganze Unterschied:

Sie tut ´s aus lauter Freude,

Nicht weil sie glaubt, sie müsste es.

Sie singt, und ich – ich Dummkopf les’;

Wie ich die Zeit vergeude!


Ich könnte längst schon draußen sein,

Da draußen zieht der Sommer ein,

Den ich so lang erträume.

Das Buch ist auch noch Morgen hier;

Jetzt brauch ich Wald und kein Papier.

Auf, dass ich nichts versäume!


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