Donnerstag, 14. August 2008

Das goldene Kalb


Bild: Ignatius Taschner, Das goldene Kalb, Illustration zu dem Gedicht von Heinrich Heine, um 1900, (wikicommons.org)

Das goldene Kalb


Messt mich nicht

An dem Bild, das ihr

Von mir habt.

Das ist nur

Euer Bild,

Das bin nicht ich.


Auch ich

Ertappe mich beim Werten;

Sorgsam

Pflege ich meine Vorurteile.


„Du sollst dir kein Bildnis machen…“

Dabei geht es nicht um irgendeinen Gott,

Das ist nicht wichtig.

Um dich und mich geht es.


Und doch

Ist der Tanz

Ums goldene Kalb

Ein Heidenspaß.


7 Kommentare:

  1. Auch ich werte. Die gesammelten Erfahrungen lassen es nicht anders zu.
    Aber ich versuche, gegenüber mir selber wachsam zu sein... eben nicht nach (vereinfachenden) Vorurteilen zu werten. 100%ige Objektivität gibt es nicht, auch das ist mir klar.
    LG

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  2. Kleine (ketzerische) Frage: Was anderes als das Bild, das wir vom Anderen haben, wäre denn Maßstab unseres Wertens des Anderen?

    LG
    Susanne

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  3. "Heiden"-Spaß ist ja schon sehr vielschichtig. Einerseits sehr positiv gewertet (!), andererseits einen immer noch diskreditierten Begriff verwendend - darf man einen Spaß haben, der eigentlich dogmatisch verboten ist?

    Sehr interessant!

    Liebe Grüße
    Helmut

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  4. Liebe Claudia, liebe Susanne,

    wir werten alle, ob wir wollen oder nicht. Es ist aber ein gewaltiger Unterschied, ob ich einen Menschen bewerte oder sein Verhalten.
    Ein guter Freund ist jemand, der mich trotz aller meiner Schwächen und Fehlern mag; diese wird er kritisieren. Niemals aber wird er mich selbst bewerten.
    Das ist es ja gerade. Wenn wir uns bewusst machen, dass wir von einem Gegenüber nur ein Bild haben, das Gegenüber aber nie in seiner Gesamtheit erfassen können, dann gehen wir ganz anders mit Menschen um.

    Liebe Grüße

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  5. Lieber Helmut

    mehr oder weniger klatschen und tratschen wir doch alle. Dabei wissen wir eigentlich, dass das nicht ganz korrekt ist. Das ist (unter anderem) damit gemeint.

    Liebe Grüße

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  6. eigentlich reagieren wir ja immer auf unsere Vor-stellungen oder auf die Vor-bilder, die wir uns machen.

    Mir erscheint es wichtig, es zu wissen und fähig zu sein, sie wieder aufzulösen, um neuen, angepassteren Bildern Raum zu geben. Es ist ein Tanz ohne Ende.

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  7. Liebe Barbara,

    und was wären wir ohen den Tanz.

    Liebe Grüße

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